Die romanische Kirche
Die ersten Erwähnungen einer Kirche in Żary stammen aus dem Jahr 1207. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie sich auf eine Kirche beziehen, die sich an der Stelle der heutigen Pfarrkirche befand. Von diesem ältesten Bauwerk sind jedoch keine sichtbaren Relikte erhalten geblieben.
Um 1230–1240 wurde an der Stelle der früheren Kirche ein weiterer Sakralbau errichtet, dessen Fragmente bis heute erhalten geblieben sind. Sie befinden sich an der Nordseite des Presbyteriums. Es handelte sich um eine große, gemauerte, zweischiffige Kirche mit Außenmaßen des Langhauses von etwa 26,30 × 15,80 m und einem um etwa 4 m schmaleren Presbyterium.
Die Innenräume waren mit Holzdecken bedeckt. Im Langhaus ruhten die Decken auf drei in der Mitte angeordneten Pfeilern. Um 1280 wurde in der Ecke zwischen Langhaus und Presbyterium ein viereckiger steinerner Turm angebaut.

Quelle: Cz. Lasota, J. Rozpędowski, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Bildquelle: Cz. Lasota, J. Rozpędowski, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.
Die gotische Kirche
Ende des 13. Jahrhunderts erwies sich die romanische Kirche für die wachsende Gemeinde als zu klein. Daher begann ihre Erweiterung, deren Initiator höchstwahrscheinlich der Pfarrer Baldwinus war.
Die Arbeiten begannen mit dem Abbruch des bisherigen Presbyteriums. An seiner Stelle wurde ein größeres Presbyterium errichtet, bereits im gotischen Stil. Das neue Presbyterium war vierjochig, dreiseitig geschlossen und mit einem Kreuzrippengewölbe bedeckt. Die durch Strebepfeiler gegliederten Fassaden wurden von hohen, dreiteiligen Fenstern mit spitzbogigen, profilierten Laibungen durchbrochen. Zwei spitzbogige Backsteinportale führten in das Innere — von Norden und von Süden.
Die Weihe des neuen Presbyteriums fand im Juli 1308 statt. Im Rahmen dieser Bauphase entstanden auch die Sakristei und die Marienkapelle, die sich von Norden an das Presbyterium anschlossen. Auch der Turm wurde erhöht; der aus Backstein ausgeführte obere Teil erhielt eine achteckige Form.
Nach Abschluss dieser Arbeiten wurde die weitere Erweiterung der Kirche für einige Zeit unterbrochen. Erst im letzten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts nahm man sie wieder auf. Damals wurde das Langhaus umgebaut, wodurch die Pfarrkirche eine größere stilistische Einheitlichkeit erhielt. In dieser Zeit entstand die Gestalt der Kirchenschiffe, die in ihrer Grundform bis heute erhalten geblieben ist und später um die westliche Vorhalle erweitert wurde.
Die Seitenfassaden wurden durch den Rhythmus von Strebepfeilern und hohen Fenstern gegliedert. Auf der Querachse, von Norden und Süden, wurden keramische Portale mit profilierten Laibungen und spitzbogigem Abschluss angebracht. Die oberen Partien der Schiffswände wurden mit keramischen Friesen geschmückt — einem Rosettenfries und einem Arkadenfries, der unter dem Dachgesims verläuft.
Besonders eindrucksvoll ist der westliche Giebel der Kirche, der stufenförmig gestaltet, mit Fialen geschmückt und dicht mit Blenden versehen ist. Der Haupteingang zur Kirche wurde von einem reich profilierten Steinportal eingefasst. Über dem Portal befindet sich die Jahreszahl 1401, die als Datum der Fertigstellung der Kirchenschiffe gilt. Das Gewölbe wurde 1430 vollendet. Damals erhielt das Innere der Hallenkirche im Wesentlichen sein bis heute erhaltenes Erscheinungsbild.
Das Innere der Kirche wird durch schlanke, achteckige Pfeiler gegliedert, die die Gewölbe und die spitzbogigen Arkaden zwischen den Schiffen tragen. Aufgrund der stark unterschiedlichen Maßstäbe von Langhaus und Presbyterium werden beide Teile durch einen ungewöhnlich niedrigen Triumphbogen verbunden.

Quelle: Cz. Lasota, J. Rozpędowski, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Cz. Lasota, J. Rozpędowski, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: nach S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Ireneusz Brzeziński, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.
Ausstattung und spätmittelalterliche Erweiterungen
Über die Ausstattung und Ausgestaltung der Kirche im 15. Jahrhundert liegen keine vollständigen Angaben vor. Bekannt ist jedoch, dass sich 1473 im Presbyterium eine kleine Orgel befand und 1496 eine große Orgel entstand, die von dem örtlichen Handwerker Martin Hänsel gebaut wurde.
Im Jahr 1501 wurde das Innere renoviert. In der Kirche befanden sich damals zwanzig Altäre, und die Gewölbe waren mit Polychromie bedeckt, die später übertüncht wurde.
Vermutlich brach zu Beginn des 15. Jahrhunderts in der Kirche ein Brand aus, der sie teilweise zerstörte. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde das Presbyterium um etwa 2 Meter erhöht.
Im Jahr 1445 wurde an das Presbyterium die Kapelle der hl. Barbara angebaut, die heute als Sakristei dient, zusammen mit einer Empore sowie einer Kapelle am Turm und einer daran anschließenden Vorhalle, die bis heute nicht erhalten geblieben ist. Auch der Turm wurde erneut erhöht. Ende des 15. Jahrhunderts wurde die westliche Vorhalle errichtet, und 1511 entstand an der Stelle der Marienkapelle und der Vorhalle eine polygonale Taufkapelle.

Quelle: Cz. Lasota, J. Rozpędowski, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.
Die Kirche in der Neuzeit
Im Jahr 1528 verließ der letzte katholische Pfarrer Żary. An seine Stelle traten lutherische Geistliche, und die Stadt nahm rasch die Ideen der Reformation an. Zunächst hatte die Einführung der protestantischen Liturgie keinen wesentlichen Einfluss auf die Ausstattung der Kirche. Mit der Zeit wurden jedoch einige Altäre, Skulpturen und Bilder entfernt, insbesondere solche, die mit der Marienverehrung verbunden waren.
Im Jahr 1559 stürzte während eines Gewitters der östliche Giebel des Langhauses ein. Das Dach und das Gewölbe des Presbyteriums wurden zerstört, außerdem wurden die kleine Orgel und der Hauptaltar beschädigt. Das Dach wurde innerhalb von zwei Jahren wiederaufgebaut, während die Wiederherstellung des Gewölbes bis 1581 dauerte. Während dieser Arbeiten wurde der Turm erneut erhöht, und 1570 wurde auf ihm eine Uhr installiert.
Im Jahr 1586 erhielt die Kirche eine außergewöhnliche astronomische Uhr. Sie zeigte nicht nur die Uhrzeit, sondern auch Tage, Wochen, Monate, Planetenkonstellationen, Mondphasen und Festtage. Sie bestand aus mehreren Elementen — einer Kugel und Zifferblättern — und war mit beweglichen Figuren von Menschen und Tieren geschmückt. Zu bestimmten Zeiten setzte der Mechanismus die Figuren in Bewegung, und den symbolischen Szenen begleiteten Klänge, unter anderem der Gesang einer Nachtigall und das Krähen eines Hahns. Die Uhr war ein Werk des Physikers Michael Hirschfeld und wurde im Auftrag von Seifrid Promnitz gefertigt.
Der Stifter der Uhr und seine Nachfolger wurden in der Gruft unter der Taufkapelle bestattet. Dort ruhten unter anderem Seifrid Promnitz, Heinrich Anselm Promnitz, Sigismund Promnitz sowie weitere Mitglieder der Familie. Als die Gruft gefüllt war, stifteten die Nachkommen Sigismunds — Erdmann I. und Ulrich — eine neue Kapelle mit Gruft.
Die Promnitz-Kapelle entstand in den Jahren 1670–1672 und wurde an die Ostwand des Presbyteriums angebaut. Von außen ist ihre Architektur recht schlicht, während das Innere des Presbyteriums eine reiche plastische Gestaltung erhielt. Die Arkade, die die Kapelle mit dem Presbyterium verbindet, wurde mit Pilasterpaaren, gedrehten Säulen mit korinthischen Kapitellen, einem gebrochenen Gesims, einer Inschriftentafel, dem Wappen der Promnitz sowie Puttenfiguren geschmückt.
Das Innere der Kapelle schmücken Gemälde in Tondi, eingefasst von reicher Stuckdekoration und geschnitzten Engelsfiguren. Die Szenen zeigen unter anderem Kain und Abel, den Tod Jakobs, Joseph und die Frau des Potiphar, das Opfer Abrahams, David und Salomo, die Berufung Moses sowie am Gewölbe unter anderem Gottvater, die Taufe Christi, das Schweißtuch der Veronika, die Grablegung und die Auferstehung. Der Schöpfer der Gemälde war Johann Joachim Vogel aus Chemnitz. Die Arbeiten an der Ausstattung der Kapelle dauerten bis 1698.

Quelle: Cz. Lasota, J. Rozpędowski, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Cz. Lasota, J. Rozpędowski, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.
Der Brand von 1684 und die barocke Ausstattung
Im Jahr 1684 brach ein Brand aus, der die Kirche zerstörte. Das volle Ausmaß der Verluste ist nicht bekannt, doch ist überliefert, dass das Feuer die multifunktionale Uhr sowie die Kirchenausstattung, darunter den Altar, vernichtete.
Der Wiederaufbau wurde den Maurermeistern Caspar Müller aus Bolesławiec und Stefan Spinetto aus Żagań anvertraut. Diese Arbeiten veränderten das Innere des Langhauses erheblich. Die bisher sichtbaren Backsteinflächen der Wände wurden verputzt, und das Innere erhielt zweigeschossige Emporen, die auf den gotischen Pfeilern und neuen hölzernen Stützen ruhten.
Die Rekonstruktion des Presbyteriums wurde 1694 abgeschlossen. Den neuen Altar schufen der Bildhauer Caspar Guden aus Żagań und der Maler Christoph Reichelt aus Zittau. Im Altar befanden sich Gemälde mit Darstellungen des Letzten Abendmahls, der Kreuzigung und der Grablegung; bekrönt wurde das Ganze von einer geschnitzten Figur des auferstandenen Christus.
Am Triumphbogen, auf der Nordseite, wurde eine neue barocke Kanzel angebracht, geschaffen vom Bildhauer Abraham Jäger aus Fürstenwalde und dem Maler Johann Joachim Vogel. Auf der Südseite befand sich die Patronatsloge. Auf dem Balken des Triumphbogens stand eine Kreuzigungsgruppe, die wahrscheinlich zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstand.
Im Zusammenhang mit dem Bau der Emporen wurden die unteren Teile der gotischen Fenster zugemauert, und unterhalb ihrer Achse wurden tiefe Nischen mit ovalen Fenstern durchbrochen, die den Raum unter den Emporen beleuchteten. Die durch das Feuer zerstörte Orgel wurde zunächst durch ein kleineres Instrument ersetzt. Erst 1775 erhielt die Kirche eine neue, große Orgel in einem barocken Prospekt, gebaut vom herausragenden Orgelbauer Johann Gottfried Hildebrandt.
Konservierungsarbeiten im 19. und frühen 20. Jahrhundert
In den Jahren 1870–1896 wurden an der Kirche größere Bau- und Konservierungsarbeiten durchgeführt. Ihr Ziel war es, die Kirche zu erneuern und ihr ein Erscheinungsbild zu geben, das den damaligen ästhetischen Tendenzen entsprach. Die Wände wurden mit neuem Klinker verblendet, und die Gewölberippen wurden dunkelrot mit kontrastierenden weißen Fugen bemalt.
Eine reiche malerische Ausstattung erhielt die Nordwand, die durch spitzbogige Felder gegliedert war. Diese wurden mit figürlicher Polychromie gefüllt, mit Szenen der Verkündigung, der Geburt Jesu, des zwölfjährigen Jesus im Tempel sowie der Begegnung Jesu mit der Samariterin. Auf Sockeln zwischen den Feldern standen Terrakottafiguren der Evangelisten sowie Luther und Melanchthon.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit finanzieller Unterstützung des Magistrats die Konservierung sämtlicher Fassaden der Kirche in Angriff genommen. In den Jahren 1912–1913 wurde das Innere des Langhauses erneuert. Wände und Pfeiler wurden so bemalt, dass sie eine Sandsteinverkleidung imitierten, und über dem Triumphbogen wurde eine Malerei mit Christus auf dem Thron als Weltenrichter angebracht. Die Renovierung führte die Firma Klenke aus Berlin aus.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.
Verlorene Ausstattung
Vor den Zerstörungen infolge des Zweiten Weltkriegs und der langen Zeit der Nichtnutzung besaß die Pfarrkirche zahlreiche Kunstwerke der Malerei, Skulptur und des Kunsthandwerks.
Bis heute erhalten geblieben sind unter anderem die Gemälde, Skulpturen und Stuckaturen der Promnitz-Kapelle zusammen mit dem Portal, das sie mit dem Presbyterium verbindet. In der westlichen Vorhalle sind das gotische Hauptportal und ein in Stein gearbeiteter Grabstein eines Geistlichen aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erhalten. Erhalten sind auch mehrere Epitaphplatten aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die in die Außenwände der Kirche eingemauert sind.
Viele andere Ausstattungselemente müssen heute als verloren oder verstreut gelten. Bekannt ist, dass die Żaryer Orgel, ohne den dekorativen Prospekt, 1948 in die Kathedrale von Płock gebracht wurde. Aus Archivdokumenten geht hervor, dass auch der Altar und die Kanzel aus Żary an unbekannte Orte verbracht wurden. Zerstört wurden unter anderem die hölzernen Bänke, Emporen, die Patronatsloge sowie ein Teil der Skulpturenausstattung.
Aus dem Vorkriegsinventar der Denkmäler geht hervor, dass sich in der Kirche unter anderem befanden:
- der Hauptaltar von 1694;
- die Kanzel von 1698;
- die Orgel von 1775;
- eine geschnitzte Kreuzigungsgruppe aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts;
- die Patronatsloge vom Ende des 17. Jahrhunderts;
- Emporen und Bänke;
- Messing- und Glasleuchter;
- silberne Kelche, Ziborien, Kannen und Leuchter;
- Glocken;
- Zinnsarkophage von Mitgliedern der Familie Promnitz.
Die Pfarrkirche nach dem 11. April 1944
Der amerikanische Luftangriff auf Żary am 11. April 1944 verursachte große Zerstörungen in der Stadtbebauung. Auch die Pfarrkirche wurde beschädigt. Eine Bombe, die auf die Kirche fiel, durchschlug die östlichen Joche des Gewölbes des südlichen Seitenschiffs, und die durch die Druckwelle der Explosion ausgelöste Wirkung zerstörte die gesamte Dacheindeckung.
Diese Schäden machten die Kirche bis zum Ende des Krieges unbenutzbar und beeinflussten ihr Nachkriegsschicksal sehr stark. Die langjährigen Bemühungen der Pfarrei und der Erzbischöflichen Kurie in Wrocław, das Denkmal zur Wiederherstellung zu übernehmen, blieben lange erfolglos.
Nach 1945 versammelten sich die nach Żary gekommenen Siedler um die Kirche Mariä Himmelfahrt, die während des Krieges nicht beschädigt worden war. Die Pfarrkirche, ohne Dach und Ausstattung, befand sich weiterhin in sehr schlechtem Zustand.
Die ersten Wiederaufbauversuche unternahm Pfarrer Eweryst Gałązka, der Baumaterialien sammelte. Diese Maßnahmen wurden durch seine Verhaftung durch das Amt für Sicherheit unterbrochen. Auch die nachfolgenden Pfarrer bemühten sich um die Übergabe der Pfarrkirche an die Gemeinde, stießen jedoch auf Widerstand oder Schweigen der Behörden.
Im Jahr 1948 wurde die Pfarrkirche der evangelischen Gemeinde übergeben, die aufgrund ihrer geringen Mitgliederzahl nicht in der Lage war, für ein so großes und zerstörtes Gebäude angemessen zu sorgen. In den folgenden Jahren wurden weitere Versuche unternommen, die Kirche durch die römisch-katholische Pfarrei zu übernehmen.
1958 gelang es dank der Eintragung der Pfarrkirche in das Denkmalverzeichnis, eine Förderung für Bau- und Sicherungsarbeiten zu erhalten. Dadurch konnten der Dachstuhl repariert und das Kirchendach gedeckt werden.
Im Jahr 1963 übergaben die Behörden die Pfarrkirche der polnisch-katholischen Gemeinde. Wegen der Schwierigkeiten bei der Nutzung des gesamten Gebäudes wurde ihr der Presbyteriumsteil zugewiesen. Die Pfarrkirche wurde damals durch eine Ziegelmauer geteilt, indem die Öffnung des Triumphbogens zugemauert wurde.
Im Jahr 1971 entstand nach rechtlichen Änderungen bezüglich sakraler Gebäude in den West- und Nordgebieten eine ungewöhnliche Situation: Das Presbyterium gehörte der polnisch-katholischen Gemeinde, während der Langhausteil der römisch-katholischen Pfarrei gehörte.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.

Quelle: Archiv des Wojewodschaftsamtes für Denkmalpflege in Zielona Góra, nach: S. Kowalski, Kościół farny w Żarach, Żary 2007.
Die Zeit des Wiederaufbaus
Nach der Übernahme des Langhausteils der Kirche begann Pfarrer Tadeusz Demel Gespräche mit der polnisch-katholischen Gemeinde über die Rückgewinnung des restlichen Teils der Kirche. Dies gelang nach zwei Jahren. Voraussetzung war, dass die Pfarrei auf eigene Kosten die ehemalige Spitalkirche Heilig Geist in der Żagańska-Straße renovierte und sie der polnisch-katholischen Gemeinde übergab. Die Arbeiten wurden im August 1975 abgeschlossen, und der Tausch wurde vollzogen.
So kehrte die Pfarrkirche nach etwa 30 Jahren seit Kriegsende, nach 28 Jahren Bemühungen und fast 450 Jahre nach der Übernahme der Kirche durch die Protestanten wieder in den Besitz der römisch-katholischen Kirche zurück.
Der Zustand des Gebäudes im Jahr 1975 war sehr schlecht. Nur das Presbyterium befand sich in einem einigermaßen erträglichen Zustand. Das nach dem Krieg errichtete Dach hatte der Zeit nicht standgehalten, die Ausstattung war geraubt oder zerstört worden, und die Ostwand, das Gewölbe und die Pfeiler waren stark beschädigt.
Die schwierigste Aufgabe war die konstruktive Stabilisierung der Ostwand mit dem Triumphbogen, die nach der Bombenexplosion von 1944 stark gerissen war. Die Arbeiten wurden nach dem Projekt und den Anweisungen von Ingenieur Józef Hermanowicz ausgeführt. Durchgeführt wurden sie vom Handwerker Kazimierz Furmanek mit Helfern, während Ingenieur Józef Kirziejonka für Dokumentation und Materialversorgung verantwortlich war.
Am 15. Juni 1980 fand die Segnung der wiederaufgebauten Pfarrkirche statt. Die Rekonsekration der Kirche nahm der Diener Gottes Bischof Wilhelm Pluta vor. Die Kirche erhielt das Patrozinium des Heiligsten Herzens Jesu und wurde Pfarrkirche einer neuen Pfarrei in der Stadt.
Nach der Errichtung der Pfarrei übernahm Pfarrer Tadeusz Kleszcz die weiteren Wiederaufbauarbeiten. Man sorgte damals für die Ausstattung der Kirche: Es wurden ein neuer Altartisch, ein Tabernakel aus Kupferblech sowie Eichenbeichtstühle und -bänke angefertigt. Den Kreuzweg schuf der Żaryer Maler Stanisław Antosz, und die Kronleuchter vom Typ „Pająk“ fertigte eine Firma aus Poznań.
In den Jahren 1981–1983 erfolgten Planung und Bau der Orgel. Das Konzertinstrument wurde von Feliks Rączkowski aus Warschau entworfen und von der Firma Stanisław Bożko aus Wrocław gebaut. Das Orgelwerk wurde in einen Orgelprospekt aus dem 19. Jahrhundert eingepasst, der aus der Kirche in Świerzawa bei Jelenia Góra gebracht worden war.
In den Jahren 2001–2005 wurde das Kirchendach gründlich renoviert und die Kapelle der Ewigen Anbetung errichtet.


Quelle
Erarbeitet auf Grundlage der Publikation:
Stanisław Kowalski, Kościół farny w Żarach, Pomorska Oficyna Wydawniczo-Reklamowa s.c., Żary 2007.
